Legendär: Die Strände von St.-Tropez

Wer kennt sie nicht, die lustigen Filmszenen, in denen Louis de Funés mit seinen Mannen aus dem Büschen stürmt, um sich topless bräunende Schönheiten inflagranti zu stellen. Diese Zeiten sind vorbei und heute kann hinsichtlich des Sonnenbadens jede(r) in und um St.-Tropez fast alles machen, was er will.

Die bekanntesten Strandclubs von St.-Tropez befinden sich an der längsten Sandstrandbucht Frankreichs am Mittelmeer, der Baie de Pampelonne, rund 5 km vor der Stadt. Sie gehört dabei nicht einmal zur Gemeinde St.-Tropez, sondern zum Nachbarort Ramtuelle, aber das wissen die wenigstens und ist eigentlich auch nur wichtig, wenn man für sein Feriendomizil relative Strandnähe wünscht. Am Pampelonne wechseln sich frei zugängliche Strandabschnitte mit derzeit 26 privatwirtschaftlich betriebenen Strandclubs ab, in denen man sich auf zu mietenden Strandliegen bzw. -matratzen betten kann, an der Bar einen Drink schlürfen und am besten ausgiebig luncht. Bei dieser Gelegenheit schmeckt auch der hiesige Rosé aus den zahlreichen Weingütern der Region am besten, er ist mit weitem Abstand das hiesige Standardgetränk.

Der bekannteste und älteste Privatstrand dürfte der Club 55 sein. Die Legende geht so: Als 1955 der erste Film mit Brigitte Bardot in der Hauptrolle, „Und ewig lockt das Weib“, gedreht wurde, fragte man einen Fischer, der seine Hütte direkt am Strand an der Pampelonnebucht hatte, ob er dem Team nicht mittags eine Mahlzeit reichen könne. So geschah es, und einmal in Übung setzte der frischgebackene Wirt seine erweckten gastronomischen Ambitionen fort, der Strandclub mit Restaurant und heute Bar, Boutique und einem weiteren separaten Snack war geboren. Vor allem das nicht direkt an der Wasserlinie, sondern rund fünfzig Meter landeinwärts in einer geschützten Senke eingerichtete Restaurant hat eine einzigartige, schicke und doch urtümliche Atmosphäre unter schattenspendenen Bäumen, zwischen die Segeltuch gespannt ist, und hat sich wohl deshalb zu dem führenden, weltweit bekanntesten Strandlokal bei St.-Tropez entwickelt, unter anderem daran zu erkennen, daß hier in der Saison mit Abstand die meisten Yachten aus Saint Tropez, Cannes und Monte Carlo vorfahren, deren Eigner und Gäste sich dann vom strandeigenen Shuttleboot abholen lassen, je nach Prominezgrad der Gäste am nächsten Tag nachzulesen in der Var Matin.

Schnell fanden sich an anderen Ecken der Pampelonnebucht weitere Einheimische, die ebenfalls Liegematten und Sonnenschirme bereit hielten und ihre Badegäste bewirteten. Am südlichen Ende der Bucht enstand der Tahiti Plage, etwas weiter nördlich das Moorea, beide heute traditionsreiche Betriebe mit meistens sehr gutem Service. Der Moorea Plage wurde in den vergangenen Jahren erheblich aufgefrischt und besticht durch sein umfängliches Angebot. Gleich daneben besteht ebenfalls seit Jahrzehnten der Strandclub Bora Bora, der nach jahrelanger Stagnation in diesem Jahr eine neue Eigentümerin bekommen hat und von dieser mit brandneuer Dekoration aus seinem Dornröschenschlaf erweckt wurde.

Unweit des Club 55 befindet sich das Key West, einer der wenigen Starndlokale, die ganzjährig geöffnet sind. Im Winter sitzt man im Pavillon bei offenem Kaminfeuer und kann den Blick über den Strand auf das auch zu dieser Jahreszeit oft herrlich türkis-blaue Meer schweifen lassen. Oder die sich in heftiger Brandung wiederspiegelnden Naturgewalten bei stürmischer Wetterlage bestaunen. Nicht selten steigen für einige Zeit auch in der kühlen Jahreszeit die Temperaturen, dann kann man im Key West immer und windgeschützt in der Sonne im Freien lunchen, wenn man Glück hat zum Beispiel zu Weihnachten und Neujahr.

Am selben Abschnitt der Bucht zählt auch das Niou Largo und das Kai Largo zu den namhaften Strandlokalen. Im Kai Largo gibt es gute asiatische Küche, im Niou Largo geht es mondän zu mit weiß strahlender Einrichtung, oft Livemusik und relaxter Cocktailstimmung in den Loungeecken.

Nicht einmal direkt am Meer gelegen, sondern 100 Meter landeinwärts, aber dennoch ein Kraftzentrum für exklusive Strand-Party-Atmosphäre ist die hiesige Dependance der weltweit verstreuten Nikki Beach Clubs. Man räkelt sich auf großen überdachten Sonnenbetten oder auf dem Präsentierteller der Mittelempore, bevor man gegen Abend am Pool abfeiert. Der Champagner fließt in Strömen, ein Großteil wird verspritzt, als gäbe es allabendlich einen Formel 1 Sieg zu feiern. Die Einlasskontrolle passt auf, daß sich kein bestrumpfter Sandalenträger in das halbherzig blickgeschützte Areal verirrt, es sei denn, er hat eine dicke Zigarre im Mund, läßt sich im Bentley auf den hauseigenen Parkplatz vorfahren und hat eine Schar direkt aus Hochglanzmagazinen entschlüpfte Bikinischönheiten im Schlepptau. Hier läßt auch schon einmal Ivana Trump ihre Geburtstagsfeier steigen. Wo sonst - nach dem im Januar 2012 von einer Hundertschaft Gendarmen begleiteten Abriß des bekannten Voiles Rouge - kann man am Strand noch auf den Tischen tanzen.

Einige hundert Meter weiter bietet der ganz in weiß gehaltene schicke Strandclub Les Palmier exquisite Küche in gepflegtem luxeriösen Ambiente am hier breiten Sandstrand. Da das Meer die ersten Dutzend Meter flach ist, leuchtet es oft in karibischen Blau- und Grüntönen. Mit Blick auf das Cap Camerat lässen sich hier exklusive Urlaubstage verbringen.

Am nördlichen Ende der Pampelonnebucht gibt das Restaurant Le Migon ein völlig anderes Bild ab. In einem rustikalen Bretterverschlag serviert eine einheimische Familie große Portionen Fisch und Fleisch, das perfekte Kontrastprogramm zur duchgestylten Welt der noblen Strandclubs weiter südlich an der Bucht.

Auch urtümlich, aber hochpreisig gibt sich das Fischrestaurant Chez Camille in der kleinen Bucht Bonne Terassse, die sich zwischen Pampelonne und Cap Camerat zwängt. Das Lokal ist für seine mit viel Safran gewürzte, äußerst reichhaltige Bouillabause bekannt, die jeden Tag frisch zubereitet.

Direkt hinter St.-Tropez, am Beginn der Baie de Canoubier gelegen, an der auch Brigitte Bardot in ihrem Domizil La Madrague wohnt, befindet sich der einzige stadtnahe Strandclub von St.-Tropez, der Les Graniers Plage. Er soll dem Vernehmen im Frühjahr 2012 von einem deutschen Industriellen übernommen worden sein, der derzeit in St.-Tropez auch die Marke „Pink Gin“ lanciert, u.a. mit einer eigenen Boutique in der Rue des Commercants.

Direkt im Ortskern von St.-Tropez gibt es einen kleinen Stadtstrand, die Bucht von La Ponche, ebenfalls weltbekannt geworden als Filmkulisse von Szenen für „Und ewig lockt das Weib“.

Wenn man St.-Tropez am anderen Ende Richtung Chateau de la Moutte verläßt, endet die Straße am Plage des Salins. Rechts zwei Restaurants, links beginnt ein herrliches Stück Küste mit schönem Sandstrand. Folgt man dem teilweise steilen Küstenwanderweg, kann man um den zu St.-Tropez gehörenden Teil der Halbinsel herumwandern, direkt unterhalb der schönsten und größten Grundstücke des großen privaten Villenareals Les Parcs de St.-Tropez.

Zugehörig zu Ramatuelle ist die nördlich des Cap Camerat gelegene Bucht L´Escalet. Hier gibt es zum einen einen kleinen Sandstrand, zum anderen kann man von hier aus einen weiteren herrlichen Spaziergang beginnen, vorbei an kleinen, teils verwunschenen Buchten inmitten der sanft zerklüfteten Küste. Nach rund 30 bis 45 Minuten kommt man zum Cap Taillat, einer kleinen Halbinsel, die die Bucht von l´Escalet von der traumhaft idyllisch gelegenen Baie de Briande trennt. Hier befindet sich ein ehemaliges Zollhäuschen, und etwas weiter die Bastide Blanche, ein einst als Restaurant zugängliches abgelegenes Anwesen, das sich mittlerweile in Privatbesitz befindet.

Von hier aus sind es zwei weitere Stunden Fußmarsch durch das weitläufige Küstennaturschutzgebiet Cap Lardier zum bekannten Gigaro Plage, den man über La Croix Valmer aber auch mit dem Auto erreichen kann. An diesem vor allem bei Familien beliebten Strand gibt es unter anderem das empfehlenswerte Restaurant Les Couleurs de Jardin.

Der Gigaro Plage gehört bereits zur ausgedehnten Bucht von Cavalaire. Wenn man die Küstenstraße Richtung Cavalaire folgt, kann man an einem Kreisel zum Plage Debarquement abbiegen, wo mehrere Restaurants das südliche Ende eines drei Kliometer langen, herrlichen Sandstrandes markieren, der bis in den Ort Cavalaire reicht. Vom Plage Debarquement kann man im Sommer auch mit dem Linienboot zu den rund 10 km vor der Küste lagernden Hyerschen Inseln übersetzen.

Über die bekanntesten Starndclubs an der Pampelonnebucht hinaus kan also auf der Halbinsel von St.-Tropez viele traumhaft schöne, teilweise sogar abgelegene und auch in der Hochsaison nicht überlaufene Küstenabschnitte entdecken. Die meisten erreicht man mit dem Fahrzeug, manche nur zu Fuß, alle natürlich mit dem Boot: Vom Wasser aus bieten sich noch einmal ganz besonders schöne Panoramen.

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